Menschen im Schutzanzug, die Pflanzengifte auf dem Acker versprühen

Ackergifte?
Nein Danke!

Rapunzel von Anfang an dabei

Ackergifte? Nein Danke! ist eine Kampagne des "Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft", das sich aus Unternehmer­Innen zusammensetzt, die für 100 % Bio stehen. Einige der Bündnispartner zählen zu den GründerInnen der Bio-Bewegung. Dazu gehört auch Joseph Wilhelm, der Gründer von Rapunzel Naturkost.

Rapunzel ist von Anfang an Teil des Bündnisses und unterstützt die Kampagne "Ackergifte? Nein Danke!", damit auch kommende Generationen eine lebenswerte Zukunft auf dieser Erde haben.

Denn Ackergifte machen nicht am Feldrand halt. Sie wirken sich auf unser gesamtes Ökosystem und unsere Organismen aus, was verschiedene Studien der letzten Jahre bereits gezeigt haben.  

In der ökologischen Landwirtschaft sind chemisch-synthetische Pestizide grundsätzlich verboten. Bio-Bäuerinnen und -Bauern arbeiten mit natürlichen Kreisläufen, vielfältigen Fruchtfolgen und schonenden Methoden. 

Unsere Motivation

Für Rapunzel gehören strenge Rückstandskontrollen für zum Beispiel Pestizide bei allen Bio-Produkten zum Tagesgeschäft.

Alle Zutaten für unsere Produkte stammen von Bio-Landwirten, die keine Pestizide einsetzen.

Wenn nun vermehrt Pestizide auf Feldern – ob Bio oder konventionell – gefunden werden, ist das 100-Prozent-Bio-Versprechen der Bio-Bauern, -Hersteller und -Läden in Gefahr!

Wir wollen wissen, woher die Belastungen kommen, und unterstützen aus tiefster Überzeugung die Kampagne "Ackergifte? Nein Danke!"

Wir fordern den schrittweisen Ausstieg aus der Anwendung chemisch-synthetischer Pestizide bis 2035

Die EU-Kommission muss bis zum Jahr 2035 schrittweise alle chemisch-synthetischen Pestizide verbieten. Eine der dringlichsten Forderungen des Bündnisses auf dem Weg dahin: Die Ackergifte, die sich am meisten verbreiten wie Glyphosat, Pendimethalin, Prosulfocarb und Terbutylazin müssen sofort verboten werden. Diese vier Wirkstoffe konnten am häufigsten und weit entfernt von potentiellen Quellen nachgewiesen werden.

Übrigens: Das Landwirtschaft ohne Pestizid-Einsatz funktioniert, beweisen 16.000 Bio-Betriebe in Deutschland seit Jahren.

Unsere Forderungen

1. Verbesserung des Zulassungsverfahrens

Der Ferntransport muss bei der Erst-Zulassung neuer Wirkstoffe berücksichtigt werden. Bereits zugelassene Wirkstoffe müssen hinsichtlich ihres Ferntransports bis 2024 erneut geprüft werden. Wirkstoffe, die weiter als 20 m vom Ausbringungsort nachgewiesen werden, müssen ihre Zulassung verlieren.

2. Sofortverbot dieser Wirkstoffe

Ein sofortiges Verbot der Wirkstoffe, die in der Luft besonders häufig und in hohen Konzentrationen nachgewiesen werden, ist dringend notwendig. Glyphosat, Pendimethalin, Prosulfocarb und Terbuthylazin gelten in den Messprogrammen als Stoffe, die sich besonders leicht über die Luft verbreiten, sehr weit transportiert werden und über weite Distanzen hinweg nachweisbar sind.

3. Pestizid- Monitoring

Die Bundesregierung muss ein jährliches, deutschlandweites Monitoring über die Verbreitung von Pestiziden in der Luft, in Böden, der Vegetation und im Wasser durchführen und die Kombinationswirkung unterschiedlicher Wirkstoffe in der Natur und im Menschen erforschen.

4. Pestizid-Abgabe & Schadensersatz

sicherstellen, dass der Bio-Landbau nicht durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden aus der konventionellen Landwirtschaft geschädigt wird. Dafür muss sie ab sofort einen Schadensausgleichs-Fonds einrichten, finanziert durch eine risikobasierte Pestizid-Abgabe.

Unsere Gründe

Warum isolierte Laborergebnisse nicht ausreichen

  • Einzelmessungen zu bestimmten Pestizidwirkstoffen zeigen kaum, wie verschiedene Stoffe gemeinsam wirken.

  • In der Luft entsteht ein Cocktail aus unterschiedlichen Chemikalien, dessen kombinierte Wirkung deutlich stärker sein kann als die der Einzelstoffe.

Pestizide in der Luft – ein Wechselspiel

  • Durch den Ferntransport über große Entfernungen – wie die TIEM-Pestizid-Studie erstmals belegt – treffen Pestizide auf weitere Umweltgifte.

  • Mögliche zusätzliche Wechselwirkungen entstehen z. B. mit Stickoxiden aus dem Straßenverkehr.

  • Dadurch entsteht ein unkalkulierbares Risikopotenzial, das bisherige Bewertungen nicht abdecken.

Lücken in der Risikoeinschätzung

  • Wenn sich zeigt, dass auch die Risikobewertung – ähnlich wie die Ausbreitung der Pestizide – auf falschen Annahmen beruht, stellt sich die Frage nach der Verantwortung.

  • Die Pestizidindustrie übernimmt diese Verantwortung in der Regel nicht, da für jedes Produkt einzeln ein eindeutiger Gefahrennachweis verlangt wird.

  • Solange dieser Nachweis nicht erbracht ist, gelten die Stoffe weiterhin als unbedenklich.

EU-Vorsorgeprinzip

  • Eigentlich müsste es umgekehrt sein:
    Besteht ein begründeter Verdacht auf mögliche Gefahren, dürfen Wirkstoffe nicht in Verkehr gebracht werden.

  • Genau das verlangt das EU-Vorsorgeprinzip.

Stimmen zum Thema

„Mich schockiert sehr, dass Glyphosat und über 130 andere Pestizid-Wirkstoffe in allen Regionen in Deutschland gefunden wurden. Die Politik muss endlich reagieren und den Einsatz von Pestiziden massiv einschränken. Denn wir haben nur diese eine Welt. Sie soll auch für unsere Kinder und Enkel lebenswert bleiben! Ich sehe die gesamte Erde in all ihrer Vielfalt bedroht und alle, die sie noch bewohnen dürfen.“

Leonhard Wilhelm, Rapunzel Geschäftsführer 

„Die Ergebnisse unserer Studie sind schockierend. Glyphosat und andere Ackergifte verteilen sich als wahrer Pestizid-Cocktail bis in die hintersten Winkel Deutschlands. Pestizide landen in schützenswerten Naturräumen, auf Bio-Äckern und in unserer Atemluft. Wir fordern die Bundesregierung auf, umgehend zu handeln und Mensch und Natur besser zu schützen.“

Karl Bär, Agrarexperte Umweltinstitut München

Wissenschaftliche Studien zur Pestizid-Belastung

Erste deutliche Hinweise darauf, wie weit Ackergifte sich außerhalb der Felder verbreiten, lieferte die „Urinale“-Studie. Bei über 2.000 Teilnehmenden wurde im Urin Glyphosat nachgewiesen, selbst bei Menschen, die sich überwiegend mit Bio-Lebensmitteln ernährten. Diese Befunde legten nahe, dass Ackergifte nicht nur über Nahrungsmittel, sondern auch über die Atemluft aufgenommen werden könnten. Daraufhin schlossen sich Bio-Hersteller, Fachhändler und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen und initiierten gemeinsam mit dem Umweltinstitut München eine neue wissenschaftliche Untersuchung, die untersuchte, wie stark die Luft in Deutschland tatsächlich mit Pestiziden belastet ist.

Die Urinale

Zwischen Oktober 2015 und Januar 2016 führte die Bürgerinitiative Landwende die „Urinale“ durch, bei der über 2.000 Menschen aus Deutschland ihren Urin auf Glyphosat untersuchen ließen. In 99,6 % der auswertbaren Proben wurde das Mittel nachgewiesen – häufig deutlich über dem Vergleichswert für Pestizidrückstände im Trinkwasser. Besonders hohe Werte zeigten die Proben von Kindern und Jugendlichen. Auch Teilnehmende, die überwiegend Bio-Lebensmittel verzehrten, waren nahezu genauso belastet wie Personen mit konventioneller Ernährung – unabhängig davon, ob sie in Stadt oder Land lebten. Da Bio-Produkte streng auf Rückstände kontrolliert werden, legten die Ergebnisse nahe, dass Glyphosat nicht nur über Lebensmittel, sondern möglicherweise auch über die Luft in die Städte gelangt.

Zur Studie Urinale

Pestizid-Belastung der Luft

Seit Jahren vermittelt die Agrarchemie den Eindruck, Pestizide blieben dort, wo sie ausgebracht werden. Die bisher umfassendste Studie zur Pestizidbelastung der Atemluft belegt nun, wie weit sich Ackergifte verbreiten. Messungen mit technischen Sammlern, Bienenbrot, Lüftungsfiltern und Rindenproben zeigen: Pestizide und ihre Abbauprodukte gelangen in großem Umfang über die Luft in Städte, Schutzgebiete und Nationalparks. Insgesamt wurden 138 Wirkstoffe und Abbauprodukte nachgewiesen. Glyphosat tauchte in allen untersuchten Regionen auf, und an 73 % der Standorte fanden sich Mischungen aus mind. fünf – teils bis zu 34 – verschiedenen Pestiziden. Rund 30 % der gefundenen Stoffe waren nicht mehr zugelassen. Die Ergebnisse zeigen: Pestizide sind deutschlandweit in der Luft nachweisbar.

Zur Studie “Pestizid-Belastung ind der Luft”

Mitmachen und Ackergifte verhindern!

  • Informiere dich: Unter https://www.enkeltauglich.bio/ findest du die wichtigsten Fakten zu diesem brisanten Thema sowie Details zur Studie.

  • Bestelle Infomaterial: Unter https://www.enkeltauglich.bio/bestellen/ kannst du die Broschüre 8 Wahrheiten über Pestizide, Buttons und Sticker bestellen.

  • Aktionsprodukte kaufen: Aktionsprodukte sichern – sobald sie im Handel sind.

  • Petition unterstützen: Europaweit kannst du dich gegen den Pestizideinsatz einsetzen mit der Europäischen Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten!“ (EBI). Mehr Informationen unter www.savebeesandfarmers.eu/deu.