
Kein Freiflug
für Gentechnik
Neue Gentechnik einfach erklärt
Neue Gentechnik (NGT) verändert gezielt die DNA von Pflanzen. Ohne klare Regeln drohen Anbau und Handel ohne Kennzeichnung, ohne Risikoprüfung und ohne verlässliche Rückverfolgbarkeit. Das widerspricht den Bio-Richtlinien und nimmt Wahlfreiheit. Denn Bio arbeitet ohne Gentechnik – und so soll es bleiben! Rapunzel setzt sich mit starken Partnern für Kennzeichnung, Risikoprüfung und Rückverfolgbarkeit ein. Wahlfreiheit braucht Transparenz.
Rapunzel klagt mit breitem Bündnis
vor dem Europäischen Gericht
Gemeinsam mit einem breiten Bündnis klagen wir vor dem Europäischen Gericht. Gegner ist das Europäische Parlament und der Europäische Rat. Der Grund: Wir halten die neue EU-Verordnung zur Gentechnik (NGT-VO) für rechtswidrig. Sie nimmt voraussichtlich über 90 Prozent der Pflanzen aus neuen gentechnischen Verfahren von wesentlichen Vorschriften des bisherigen Gentechnikrechts aus. Wir sehen darin einen Verstoß gegen grundlegende europäische Rechtsprinzipien: den Schutz von Mensch und Umwelt durch Vorsorge, den Verbraucherschutz und die Freiheit von Unternehmen, selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Klagen sind für uns kein Mittel, das wir leichtfertig einsetzen. Deshalb überlegen wir sehr genau, wann ein rechtlicher Schritt sinnvoll ist und wann wir unsere Ziele auf anderem Weg erreichen können. Doch hier geht es um die Wahrung von Vertrauen, Transparenz und Wahlfreiheit. Für euch als VerbraucherInnen und für uns als Bio-Lebensmittelhersteller.

Gentechnik muss erkennbar bleiben
Es muss sichtbar bleiben, wo Gentechnik drin ist. Bislang hat sich unser risikoorientiertes Prüfsystem bewährt: Wir kontrollieren unsere Rohwaren und weisen gentechnisch verunreinigte Ware zurück. Doch die neue NGT-Verordnung stellt uns vor große Herausforderungen. Sie erschwert es erheblich, die Gentechnikfreiheit unserer Lebensmittel auch in Zukunft zuverlässig sicherzustellen.
Denn für neue gentechnische Verfahren (NGT) fehlen künftig verpflichtende Nachweisverfahren, die von den Inverkehrbringern bereitgestellt werden müssen. Eigene Nachweisverfahren durch Labore entwickeln zu lassen, ist aufwendig und mit hohen Kosten verbunden. Diese zusätzlichen Belastungen stellen Unternehmen vor große wirtschaftliche Herausforderungen – und erschweren es, das zu bewahren, wofür wir uns seit Jahrzehnten einsetzen: gentechnikfreie Lebensmittel und das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden.

Für eine Zukunft mit Wahlfreiheit
Die Klage vor dem Europäischen Gericht ist die konsequente Fortsetzung unseres langjährigen Engagements für Gentechnikfreiheit, Transparenz und Wahlfreiheit. Rapunzel gehört in Deutschland und Europa zu den größten Herstellern von ausschließlich Bio-Lebensmitteln und setzt sich seit 30 Jahren für die die Gentechnikfreiheit von Lebensmitteln ein.
Gentechnik muss gekennzeichnet werden und überprüfbar bleiben.
Bio muss auch in Zukunft zuverlässig gentechnikfrei bleiben.
VerbraucherInnen müssen wissen, was in ihren Lebensmitteln steckt
EU-Parlament hat entschieden: Keine Kennzeichnung für Neue Gentechnik
Zum ersten Mal in der Geschichte der EU sorgt eine Verordnung im Nahrungsmittelbereich für weniger statt für mehr Transparenz. Denn am 17. Juni hat das Europäische Parlament die Deregulierung Neuen Genomischen Techniken (NGT) beschlossen: Was heißt das? Pflanzen, die mit NGT verändert wurden, müssen nicht mehr gekennzeichnet werden und können ohne wirksame Schutzmechanismen auf den Acker und bis auf den Teller kommen. Und die Reform begünstigt neue Patente auf Pflanzen. Das verlagert die Marktmacht über das Saatgut hin zu wenigen globalen Mega-Konzernen.


Trotz vieler Proteste
Bis zuletzt haben wir alles versucht – auch noch am Tag der Entscheidung vor Ort in Straßburg. Trotzdem wurden mehr als 30 Änderungsanträge, die den Gesetzesvorschlag von EU-Kommission, Rat und Parlament zu mehr Transparenz und weniger Machtkonzentration korrigieren sollten, abgelehnt.
Rapunzel wird in Zukunft trotzdem konsequent ohne den Einsatz von Gentechnik arbeiten. Wir setzen auf biologische Vielfalt!
Eure drei wichtigsten Fragen
kurz beantwortet
„Kann ich davon ausgehen, dass auch in Zukunft keine Gentechnik in Bio ist?“
Wir arbeiten jetzt und in Zukunft ohne Gentechnik. Unsere Art der Landwirtschaft beruht auf genetischer Vielfalt, aber auf natürlichem Wege. Wir wollen das so und dazu verpflichtet uns außerdem auch die EU-Bio-Verordnung (EU 2018/848).
„Warum schreibt ihr „ohne Gentechnik“ nicht einfach auf Eure Produkte?“
Aktuell kennzeichnen wir unsere Bio-Produkte nicht mit einem „ohne Gentechnik“ Label, weil Bio-Produkte nach den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung grundsätzlich ohne Gentechnik erzeugt werden müssen. Das sichern wir gemeinsam mit unseren Lieferanten ab. Für eine zusätzliche Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ auf den Produkten müssten wir weitere Dokumentationen und Nachweise nach dem Gentechnik Durchführungsgesetz (EGGenTDurchfG) führen, was genau wie anfallenden Lizenzgebühren noch mehr Kosten verursachen würde.
„Was macht Rapunzel jetzt?“
Wir führen aktuell wichtige Gespräche mit Politikern, Verbänden und langjährigen Partnern. Im September oder Oktober können wir Euch mehr dazu sagen und auch, wie Ihr uns weiter in dieser Sache unterstützen könnt. Wir halten Euch auf dem Laufenden.
Hilfreiche Links: Das sagen die Verbände
Gentechnik in unserem Essen wirft viele Fragen auf:
- Was bedeutet „gentechnisch verändert“?
- Welche gentechnisch veränderten Pflanzen gibt es schon?
- Kann Gentechnik in Lebensmitteln auf meinem Teller landen?
- Wie erkenne ich, ob ein Lebensmittel gentechnisch verändert wurde?
- Müssen gentechnisch veränderte Zutaten gekennzeichnet werden?
- Sind Bio-Lebensmittel automatisch gentechnikfrei?
- Welche neuen Gentechnik-Verfahren gibt es?
- Was ist der Unterschied zwischen klassischer Gentechnik und neuer Gentechnik (NGT)?
- Kann ich als Verbraucher selbst etwas für gentechnikfreies Essen tun?
Du möchtest mehr über Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln erfahren? Dann findest du hier weiterführende Informationen von Verbänden und Organisationen.
Kurz erklärt: Darum geht`s
Die EU hat am 17. Juni 2026 Neue Gentechnik für Pflanzen, auch für Wildpflanzen, weitestgehend dereguliert.
Die Neue Gentechnik-Verordnung befreit bestimmte gentechnisch veränderte Veränderungen bei Pflanzen, auch Wildpflanzen, von der Pflicht zur Risikoprüfung und Kennzeichnung.
Das bedeutet: Keine Risikoprüfung, keine Kennzeichnung, kein Schutz vor Verunreinigungen, keine Haftungsregeln.
Die Neue Gentechnik-Verordnung erlaubt neue Patente auf Pflanzen und auf natürliche Pflanzeneigenschaften.
Das verstärkt Europas Abhängigkeit von Patente-Inhabern in China oder in den USA und bedroht die europäischen Züchter – vor allem die mittelständischen und engt die Saatgutvielfalt ein.
Die neuen EU-Gentechnik-Regeln sollen nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren angewendet werden. Bis dahin sind noch zahlreiche Fragen zu klären, wie etwa Haftungsfragen und Nachweisverfahren.
Unsere Position
Bio und somit auch wir arbeiten ohne Gentechnik!
Der ökologische Landbau orientiert sich an natürlichen Kreisläufen und setzt auf ein möglichst weitgehend geschlossenes System. Der Einsatz gentechnischer Verfahren steht diesem Ansatz entgegen
Deshalb lehnen wir gentechnisch veränderte Organismen ab – unabhängig davon, mit welchem Verfahren sie erzeugt wurden.
Damit übernehmen wir Verantwortung für ökologische, soziale und ökonomische Aspekte entlang unserer Wertschöpfungskette

Was wir tun - seit vielen Jahren
Rapunzel informiert, vernetzt und handelt:
- 2007 „Genfrei gehen“
- 2017 FOODprint
- 2018 Gentechnik-Forum
- und heute: „Kein Freiflug für Gentechnik“
Mit über 30 Partnern. 2025 setzen Aktionen auf Grüne Woche und Biofach ein starkes Zeichen; 60.000 Unterschriften wurden übergeben. Das Ziel bleibt: Kennzeichnung, Risikoprüfung, Rückverfolgbarkeit – für echte Wahlfreiheit.
Ein schwarzer Tag für Transparenz und Natur

Ein Statement von Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm
Die Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments haben sich darauf geeinigt, die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel abzuschaffen. Noch handelt es sich um einen Gesetzentwurf, der vom EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten bestätigt werden muss. Damit hat sich die Agrar-Chemie-Lobby durchgesetzt – ein Sieg für Konzerne wie Bayer, Monsanto, BASF und Syngenta, die seit Jahrzehnten Gentechnik als alternativlos darstellen. Die Realität sieht anders aus: Die versprochenen Wunderlösungen – von Trockenheitsresistenz bis Schädlingsresistenz – sind bis heute nicht erfüllt. Stattdessen erleben wir massive Monokulturen, den Einsatz von Glyphosat und Kunstdünger, den Verlust von Biodiversität, Insektensterben und nachgewiesene gesundheitsschädliche Rückstände. Im Schatten globaler Krisen wird dieses Thema zur Randnotiz. Doch die Folgen sind irreversibel. Die Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen lässt sich nicht stoppen – Bienen fliegen überall hin. Rapunzel kämpft seit über 30 Jahren für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik. Bio arbeitet per Gesetz frei von Gentechnik – und das muss so bleiben. Wir geben nicht auf, denn die Natur braucht Schutz und du hast ein Recht auf Transparenz und Wahlfreiheit.